Bodengleiche Dusche im Bad

Der Einbau einer stufenlos begehbaren Dusche dient der Barrierefreiheit im Bad. Zugleich lassen bodengleiche Duschen Badezimmer weitläufiger und großzügiger wirken. In engen und schmalen Bädern schafft eine bodengleiche Dusche mehr Bewegungsfläche. Voraussetzung für ein barrierefreies Bad ist eine Duschfläche von mindestens 120 cm x 120 cm, soll der Duschbereich mit einem Rollstuhl befahrbar sein, sind 150 cm x 150 cm erforderlich. Sofern das Bad zu klein für den benötigten Duschplatz ist, kann mit Hilfe eines Sanierbetriebs ggf. noch ein individueller Umbau realisiert werden. Ebenerdige Duschen mit einer Falt- oder Ziehharmonikatür, Walk-In Duschen und Eckduschen bieten schwellenlose Konstruktionen für das Mini- oder Schlauchbad.

Schwierigkeiten beim nachträglichen Einbau einer bodengleichen Dusche gibt es meist mit dem Fußbodenaufbau, der in Neu- und Altbauten unterschiedlich gestaltet werden muss, genauso wie in Obergeschossen. In der Regel sind Aufbauhöhen zwischen 59 und 120 mm notwendig. Eine Kombination aus extra flachem Duschrinnen- oder Bodenablaufsystem mit Edelstahl-Abdeckung und automatischer, sensorgesteuerten Entwässerungspumpe für den Abtransport des Wassers erlaubt den Einbau einer bodengleichen Dusche mit sehr niedriger Aufbauhöhe (ab 39 mm), wie es oft in Altbauten erforderlich ist. In Obergeschossen sind bodengleiche Duschen mit integriertem Abwasserpumpsystem oder mit Schmutzwasserhebeanlage eine geeignete Lösung.

Der Duschplatz macht die Dusche ebenerdig

Die Abdichtung und Entwässerung stehen beim Einbau einer bodengleichen Dusche im Mittelpunkt. Was für ein Duschablauf integriert wird, hängt allgemein von dem verwendeten Bodenbelag ab. In Shops für den Sanitärbereich wie etwa duschmeister gibt es folgende Varianten für die Oberfläche einer begehbaren Dusche:

  • Gefliester Duschboden mit Ablaufsystem: Eine vollflächige Verfliesung des Duschbodens ist leicht mit einem Unterboden- bzw. Duschelement zu realisieren. Das Unterbodenelement besteht aus einer wasserdichten Polystyrol-Hartschaumplatte, die bündig in den Estrich-Rohboden eingelassen wird und direkt mit rutschhemmenden Keramik-, Naturstein- oder Mosaikfliesen versehen werden kann. Unterbodenelemente vereinfachen den Einbau einer ebenerdigen Dusche, weil sie ein eingearbeitetes Gefälle für den Abfluss des Duschwassers aufweisen. Ohne Unterbodenelement muss die Neigung mit Kelle manuell in den Zement-Estrich zum Ablauf hin eingearbeitet werden. Die Fliesen müssen entsprechend mit Gefälle verlegt werden. Bei gefliesten Duschböden sind eine Duschrinne oder ein flacher Bodenablauf üblich. Es gibt Unterbodenelemente, die bereits mit eingebauter Ablaufeinheit bzw. -rinne erhältlich sind.
  • Duschboden mit Duschwanne/-tasse oder Wannenbeschichtung: Ganz flache Duschwannen sind eine fertige Alternative zum befliesten Unterbodenelement. Die Duschwannen sind aus Stahlemaille, Sanitäracryl oder einem Verbundwerkstoff wie Stahl oder Acryl gefertigt. Wie bei einem Unterbodenelement gehören Gefälle und Ablaufeinheit zum System. Die Wannen werden meist auf dem Boden aufgesetzt und verfügen größtenteils über einen Bodenablauf. Noch flacher als ein Duschbecken sind rutschhemmende Duschtassen oder Wannenbeschichtungen, die übergangslos eingebaut werden und mit dem Bodenbelag im Bad verschmelzen. Die Variante kommt oft mit einer Linienentwässerung oder einen Wandablauf daher. Bodengleiche Duschen mit Ablaufrinne aus einem Edelstahl-U-Profil können aber auch ohne Unterbauelement oder Duschwanne selbständig in eine Fliesen- oder Natursteinabdeckung eingefasst werden. Damit das Duschwasser zur Rinne hin geleitet wird, muss vorher im Boden ein Gefälle angeglichen werden.

Das Material der Abdichtung ist ebenfalls an die Wahl des Unterbodenelements gebunden. Bei Duschen mit Fliesen- oder Plattenbelag ohne Unterbodenelement hat sich besonders die Verbundabdichtung bewährt. Sowohl für den komplett verfliesten Duschboden wie auch für die Duschwanne kommt eine Abdichtung aus 100% Flüssigfolie und Dichtbänder für die Wandecken in Frage. Beide Arten von Abdichtung verhindern, dass Wasser durch die Fugen durchdringen und in den Untergrund sickern. Nach dem Auftragen der Abdichtung ist es wichtig, dass die Trocknungsphase eingehalten wird.

Bild: Flickr DSC_2357 Winkelbohrer