Windkraft und Vögel

Schon seit Jahren herrscht Streit zwischen den unterschiedlichsten Gruppen. Immer wieder legen vor allem Tier- aber auch Umweltschutzgruppen Proteste gegen geplante Windkraftanlagen ein und verzögern damit den Bau um Jahre. In vielen Fällen kommt es dann gar nicht mehr zur Errichtung. Für den Investoren (wohlgemerkt es muss sich nicht immer um große Unternehmen handeln, es kann auch der Landwirt sein) bedeutet das fast immer große Mehrausgaben und absolute Planungsunsicherheit. Die Bundesregierung war bislang nicht in der Lage klare Voraussetzungen zu schaffen. Auch künftig ist mit Protesten aus allen Lagern zu rechnen. Doch nicht nur in Deutschland ist das ein weit bekanntes Thema. Auch in den USA nimmt man es allzu genau mit den Vögeln. Im folgenden Beispiel geht es dabei um den Steinadler.

Sind Vögel wirklich ein so großes Problem bei der Windkraft?

Windkraft vs. Steinadler

Erst vor einem Monat hat sich eine Windkraftfirma bereiterklärt, eine Geldstrafe von 1 Million US-Dollar zu bezahlen. In den Windrädern der Firma sind bislang 14 Steinadler ums Leben gekommen. Nach langen Streitereien hat damit das Unternehmen Duke Energy den Streit mit den Behörden in North Carolina beigegeben. Mit der Zahlung gab sich das Unternehmen schuldig, gegen das Gesetz zum Schutz von Zugvögeln verstoßen zu haben. Die Vorfälle mit den toten Steinadlern streckten sich über einen Zeitrahmen von 3 Jahren. Eine stolze Summe und mit Sicherheit keine gute Entscheidung für die Windkraft.

67 Adler betroffen

Zusätzlich wurde eine Studie zusammengetragen, laut denen zufolge seit 2008 mehr als 67 Stein- und Weißkopfadler durch Windkraftanalgen ums Leben gekommen sind. In Anbetracht der rigiden Gesetzte dürfte das wohl nicht das letzte Verfahren für die Duke Energy (Stromunternehmen mit 7,2 Millionen Kunden) gewesen sein.

Mythos in Deutschland

Auch in Deutschland ist die Lage hier zwischen den einzelnen Parteien deutlich angespannt. Nach einem weiterhin bestehenden Mythos sollen Windkraftanlagen massenhaft für den Tot von Vögeln verantwortlich sein. Seit 1989 schon dokumentiert die Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg solche Vorfälle, die sich mittlerweile auf 681 Tiere beläuft. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), der sich in letzter Zeit gerne als Kritiker der Windkraft gibt, beziffert die Zahlen sogar zwischen 10.000 bis 100.000 Vögel. Doch bei dieser versuchten Panikmache sollte man eines nicht vergessen. Fast 20.000 Anlagen sind mittlerweile bundesweit installiert. Bei dieser Grundlage würden statistisch gesehen pro Jahr maximal 2 Vögel ums Leben kommen. Allerdings nur, sofern die Zahlen durch Nabu auch wirklich zutreffen. Und das wird bezweifelt.

Opfer der Windkraft

Ob die Windkraftanlagen jedoch tatsächlich für Vögel gefährlich werden können, hängt auch vom eigentlichen Standort ab. In der Regel sei aber bei den meisten Anlagen das Vogelschlag-Problem nicht erkennbar. Nur dort, wo Windkraftanlagen in den Schneisen der Gänse und Wattvogelarten stehen würden, kann es vermehrt zu diesen Vorfällen kommen. Grund ist hierbei, dass einige Vogelarten keine Scheu vor den riesigen Windkraftanlagen zeigen. Auch das Bundesumweltministerium ist seit Langem mit dieser Problematik befasst. Vor allem das Schicksal der Rotmilane liegt dabei im Auge. Diese Art scheint sich offenbar bevorzugt Nistplätze in der Nähe der Windparks zu suchen. Die Wahrscheinlichkeit tödlicher Folgen könnte dabei ein anderer Fruchtfolgeablauf der naheliegenden Äcker mit sich bringen. In denn nächsten Jahren wird es dazu wohl weitere Vorgaben und Richtlinien geben.

Bild: B. Jechow  / pixelio.de; Frank Vassen/Flickr.