Lüftungsanlagen: Zentral oder Dezentral

Wer sich für Lüftungsanlagen entscheidet, muss dabei die Wahl zwischen einer zentralen und dezentralen treffen. Die Unterschiede haben wir von Handwerkerrat einmal zusammengestellt. Zentrale Lüftungsanlagen gelten allgemein als besonders starke Energiesparer. Allerdings nur dann, wenn diese entweder in einem Passivhaus oder in einem Niedrigenergiehaus eingebaut werden. Für eine zentrale Lüftungsanlage ist grundsätzlich ein spezielles Luftkanalsystem erforderlich. Sinn macht der Einbau daher entweder direkt beim Neubau oder bei einer kompletten Sanierung. Der Einbau von zentralen Lüftungsanlagen in Altbauten sollte aber immer sehr genau geprüft werden. In vielen Fällen erweist sich der finanzielle Aufwand deutlich höher, als langfristig eingespart werden könnte. Wichtigstes Kriterium für den Einbau: Das Objekt muss mit einer luftdichten Gebäudehülle versehen sein. Andernfalls macht der Einbau von zentralen Lüftungsanlagen keinen Sinn. Nur wenn die Installation detailliert geplant und ausgeführt wird, kommt es zu den tatsächlichen Vorteilen. Dabei sollte im weiteren Fokus auch auf die Wartungsfreundlichkeit der zentralen Lüftungsanlagen geachtet werden, um einen effizienten aber auch einen hygienischen Betrieb garantieren zu können.

Lüftungsanlagen: Zentral vs. Dezentral

Die dezentralen Lüftungsanlagen hingegen benötigen nur einen geringen Aufwand beim Einbau. Sind also ideal für Sanierungen von Altbauten. Können aber auch direkt in bereits bestehende Passivhäuser kosteneffizient eingebaut werden. Der große Unterschied zu den zentralen Anlagen besteht darin, dass dezentrale Lüftungsanlagen auch in einzelnen Räumen eingebaut werden können. Der Einbau macht also besonders da Sinn, wo relativ viel Feuchtigkeit entsteht und die Luft stark beansprucht wird. Infrage kommen hierbei besondere das Badezimmer, die Küche und das Schlafzimmer oder Räumlichkeiten, in denen viel geraucht wird. Somit lassen sich die dezentralen Lüftungsanlagen in drei verschiedenen Varianten vorfinden.

  • Reine Abluftanlage
  • Zu- und Abluftanlage
  • Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung

Soll die dezentrale Lüftungsanlage nur als reine Abluftanlage genutzt werden, ist der Einbau besonders kostengünstig und kann mit nur wenig Aufwand erfolgen. Eingesetzt wird sie vor allem in Einzelräumen. Kern der dezentralen Lüftungsanlagen ist ein Abluftventilator (zweistufig). Hierbei wird die Abluft über Luftdurchlässe in der Außenwand oder einem direkten Schacht abgeführt. Gekoppelt werden kann das mit einem manuellen Ein- und Ausschalter. Aber auch eine automatische Steuerung über Feuchtsensoren ist bei den dezentralen Lüftungsanlagen möglich. Die Anlagen arbeiten nach dem Unterdruckprinzip. Um die Effizienz deutlich zu erhöhen, empfehlen sich dezentrale Lüftungsanlagen, die sowohl über Zu- und Abluft als auch eine Wärmerückgewinnung verfügen. Sie bieten zugleich eine kostengünstige Alternative für zentrale Lüftungsanlagen. Dabei sind bis zu 95 Prozent Wärmerückgewinnung möglich. Je nach Hersteller haben die Anlagen eine Leistung von 2 – 6 Watt pro Gerät. Dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung kosten um die 700 Euro pro Gerät. Die Einsparung bei der Energie liegt um die 150 Euro pro Jahr.

Luftdichtheit sollte immer geprüft werden
Vor dem Einbau einer Lüftungsanlage ist es jedoch immer erforderlich die Luftdichtheit der Gebäudehülle genau zu prüfen. Dieses erfolgt in der Regel durch eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door-Test).

[Bild: Rob Harrison/Flickr.]