Handwerker Auktion – Lohnt das

Einen Handwerker zu ersteigern, wird immer geläufiger. Dabei geht es häufig um das günstigste Angebot. Eigentlich widerspricht sich die Handwerkerauktion dadurch selbst oder nicht? Was dabei unbedingt zu beachten sein sollte, haben wir einmal kurz in unserem Handwerkerrat zusammengefasst.

Viele Nutzer empfinden die Handwerksbetriebe mittlerweile als unverschämt. Wer dort anruft, muss nicht nur lange warten, sondern bekommt am Ende auch hohe Preise serviert. Und die Kostenvoranschläge werden immer höher. Für viele sind die Arbeiten bereits ein Luxus geworden. Handwerkerauktionen boomen nicht zuletzt deshalb. Doch warum steigen die Preise laufend? Es sind nicht die gestiegenen Arbeitskosten, sondern die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot.

Handwerker ersteigern
Was muss ich bei einer Handwerker Auktion beachten?

Viele Handwerker denken deshalb, dass sie mit dem Kunden umspringen können, wie sie wollen. In einigen Fällen funktioniert das auch.

Immerhin muss der Kunde heute im Schnitt 4 – 8 Wochen warten, bis ein Auftrag überhaupt ausgeführt werden kann. Bei Großaufträgen ist das sogar noch schlimmer. So wunderte es kaum, dass Handwerker Auktionen immer beliebter werden. Natürlich tummeln sich dort nicht nur fundierte Experten, sondern eben auch jene, die zuvor als Heimwerker ihr Glück versuchten.

Handwerkerauktion als Alternative?

Wie bei allen Auktionen, gilt natürlich auch dann eine gewisse Vorsicht, wenn eine Handwerksleistung ersteigert werden soll. Der günstigste Preis erwärmt zwar das Herz, die Arbeiten sehen danach aber am Ende meistens auch aus, sofern es zum Ende kommt. Dennoch sind Handwerkerauktionen gar nicht so schlecht. Vor allem dann, wenn es darum geht, schnellst möglichst jemanden zu finden, ohne erst Wochen warten zu müssen.
Einige Punkte sollten aber unbedingt beachtet werden. Wem es darum geht, ein Schnäppchen zu machen, sollten Sie die Auktionsplattformen meiden. Ein Preisvorteil lässt sich sicherlich hier und da erzielen, der Hauptantrieb sollte aber eben das nicht sein. Es sollte auch beachtet werden, dass Handwerkerauktionen nur reine Vermittlerplattformen sind und keine Garantie oder Haftung übernehmen.

Blick auf die Kosten

Vor der Nutzung, lohnt es sich, einen Blick in die anfallenden Kosten zu werfen. Sicherheitshalber sollten auch die AGB durchgesehen werden. Es gibt einige Handwerkerauktionsseiten, bei denen für Suchende (also Auftraggeber) selbst keine Kosten anfallen.
Die Startpreise, die in der Regel vom Auftraggeber selbst eingesetzt werden können, sollten nicht zu gering ausfallen. Schließlich wünschen Sie am Ende auch Qualität und das hat nun einmal seinen Preis! Gute Anbieter sehen mittlerweile davon ab, einen Startpreis anzugeben.

Kommt es dann zu einer Auftragsvergabe, sollten Sie nie eine Vorauszahlung leisten. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, achten Sie darauf, nicht mehr als 10 oder 15 Prozent (bei Aufträgen unter 1.000 Euro) anzuzahlen. Bei einer höheren Auftragssumme sollte der Betrag natürlich deutlich niedriger ausfallen oder auf einem Treuhandkonto hinterlegt werden. Vor der Auftragsvergabe sind die Arbeiten ganz genau schriftlich zu fixieren. Mündliche Absprachen sind zwar möglich, später aber kaum zu beweisen.

Vor der Auftragsvergabe

Haben Sie sich für einen Handwerker bei der Auktion entschieden, können Sie diesen über die Google Suche einmal prüfen lassen. Bestehen bereits negative Erfahrungen, lassen sich meistens Einträge finden.

  • Keine oder nur geringe Anzahlung leisten

  • Auftragsleistungen schriftlich genau niederlegen

  • Geiz ist nicht Geil! Qualität hat ihren Preis!

  • Bauchgefühl einbinden

  • Handwerkskammer abfragen

Schließen Sie die Auftragsvergabe über das Internet, also über die Handwerkerauktion ab, unterliegt diese den Regelungen des Fernabsatzrechts (§§ 312b ff. BGB). Ein Fernabsatzvertrag können Sie in der Regel 14 Tage lang widerrufen.

Prüfen Sie auch, ob der Handwerker in der Handwerkskammer eingetragen ist. Das kann online erfolgen oder durch einen Anruf bei der zuständigen Kammer. Ansonsten bleibt am Ende das Bauchgefühl. Es gibt Handwerker, die über eine Vielzahl von positiven Bewertungen verfügen, am Ende die Arbeiten aber Mangelhaft ausführen und Einsteiger, die manchmal überraschen. So sehr Sie sich auch absichern, jede Auftragsvergabe (egal ob Handwerkerauktion oder klassisch über den Betrieb) ist ein Risiko. Aus diesem Grunde sollten Vorauszahlungen immer vermieden werden oder nur sehr geringfügig ausfallen.

Siehe hierzu auch: 

Garantieeinbehalt

Gewährleistungsbürgschaft