Baumarkt und Handwerker

Der Baumarkt verliert schon seit vielen Jahren Kundschaft. Grund ist vor allem das Internet. Denn in der Regel ist es für Heimwerker und Handwerker einfacher einen Artikel im Internet zu erwerben, als erst in einen Baumarkt zu fahren. Vielfach liegen die Shops nicht direkt in der Stadt, sondern außerhalb. Dadurch lohnt sich die Fahrt in den Baumarkt eigentlich nicht mehr. Im Internet bekommen die meisten Heimwerker, als auch handwerklichen Betriebe alles was sie benötigen. Die Anlieferung erfolgt dabei sogar oft innert 24 – 48 Stunden. Auch Preislich ist das Internet deutlich günstiger als der Baumarkt. Dennoch bevorzugen Handwerker den Baumarkt als sofortige Bezugsquellen. Das Monopol hat der Markt jedoch schon lange verloren. Insbesondere da die Qualität der dortigen Produkte immer mehr der billig Mentalität gewichen ist. Dennoch bleibt für viele Handwerker der Baumarkt kein Tabu.

Baumarkt ist eingeplant

Bauunternehmer und kleinere handwerkliche Betriebe setzen auf den Baumarkt als Ausweichquelle. Etwa dann, wenn Not am Artikel ist. In einem Notfall, wenn dringend ein Ersatzteil benötigt wird, muss es halt der Baumarkt sein. Der größte Vorteil hier ist die flächendeckende Abdeckung, wenngleich sich die Geschäfte zum Leidwesen der Handwerker fast immer am Stadtrand befinden. Der Grund ist einfach: Die Mieten sind hier günstiger als direkt in der Stadt. Dennoch erklären sich nur wenige Handwerker bereit, ihre Haupteinkäufe im Baumarkt zu tätigen. Die Zahl derer liegt unter 10 Prozent.

Die Stärke der Marktangebote macht sich aber dann bemerkbar, wenn ein Spontankauf getätigt werden muss. Das Sortiment ist groß, hat aber in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Hinzu kommt, dass viele Baumärkte es einfach versäumt haben, bis heute, einen ordentlichen Internetshop zu präsentieren. Blickt man auf die Seiten der Anbieter, kommt sich der Handwerker oft selbst wie in einem Bauladen vor, bei dem alles noch in den Kinderschuhen steckt. Auch die jüngste Pleitewelle von Praktiker dürfte nicht viel daran ändern. Der Markt ordnet sich gerade neu. Dennoch sind auch die verbliebenen Mitbewerber vorsichtig bei Expansionsplänen. Vor 10 Jahren war der Baumarkt eine treibende Quelle und Inspiration für Heimwerker und Handwerker. Heute hingegen dient er eher an trüben Zeiten als Ausweichquartier für den Notkauf.

Das Image vom Baumarkt

Würde ein Handwerker zugeben, das er seinen Bedarf im Baumarkt deckt, hat das zugleich zwei negative Seiten. Zu einem herrscht bei vielen Bürgern die Meinung, das im Baumarkt grundsätzlich schlechte Qualität verfügbar ist. Kaum einer würde den Markt mit Qualität in Verbindung bringen. Schuld sind hier die aberwitzigen Preisschlachten vieler Anbieter. Zum anderen würden die Preise der Materialbeschaffung zu transparent werden. Und genau hier setzt das Problem deutlich an. Viele handwerkliche Betriebe nutzen eine Mixkalkulation und erlangen so beim Materialeinkauf einen zusätzlichen Gewinn, der in den Auftrag einkalkuliert wird. Würde dieser Gewinn beim Material nicht erzielt, müsste ein höherer Stundensatz erfolgen. Ein Grund, warum viele Handwerker nur das wirklich notwendigste im Baumarkt erwerben.

 

Foto: lichtkunst.73 / pixelio.de (Schrauben)