Tapezieren im Do-it-yourself

Viele von uns haben sich schon mit dem Tapezieren als Do-it-yourself versucht. Einigen ist es gelungen. Andere hingegen haben bemerkt das Tapezieren im Do-it-yourself nicht immer einfach ist. Falten sind entstanden, eine Lücke hier, eine da. Oft ist es auch der Zeiteinsatz, der viele vor dem Tapezieren zurückschrecken lässt. Gründe die dafür sprechen, sind in der Regel die finanziellen Punkte. Statt einen Profi zu beauftragen, kostet das Do-it-yourself Tapezieren meistens weniger. Wenn das Ergebnis nachher dann auch wirklich überzeugen kann.

Einige Basispunkte zum Do-it-yourself Tapezieren möchten wir Ihnen für den Einstieg nachfolgend nennen. Denn auch wenn es immer so einfach aussieht, Tapezieren ist nicht wirklich so einfach. Besonders nicht im Do-it-yourself. Am meisten Spaß bereitet der Kauf der neuen Tapeten im Baumarkt. Und die Vorstellung, wie es nachher aussehen könnte. Doch bis das Tapezieren im Do-it-yourself anfangen kann, müssen die Wände perfekt vorbereitet werden.

Basisleitfaden: Erfolgreiches Tapezieren

Gute Vorbereitung und entsprechendes Material sind das A und O beim Tapezieren. Der Rest bestimmt sich aus Zeit und Geduld.

1. Planung und Kauf
Messen Sie den Raum oder die Räume sorgfältig aus. Wandhöhen und die Wandlängen bestimmen die Anzahl der Tapeten. Beim Tapezieren müssen Sie zwischen zwei Arten von Tapeten unterscheiden.

  • Papiertapeten (z.B. Raufaser)

Reste sollten von der alten Wand entfernt werden. Die neuen Tapeten müssen eingekleistert werden.

  • Vliestapeten (oder Glasfasertapeten)

Diese müssen nicht vorher weichen. Der Kleister/Kleber kann für das Tapezieren im Do-it-yourself Verfahren einfach auf die Wand angebracht werden. Die Tapete wird dann sozusagen trocken eingelegt.

Ruhe ist beim Tapezieren sehr wichtig. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, schalten Sie das Handy aus.

2. Die Tapetenmenge

Gerade Anfänger haben bei der Bestimmung der Tapetenmenge große Probleme. Ob man richtig eingekauft hat, entscheidet sich meistens erst nach dem Tapezieren. Standard-Tapeten haben in der Regel eine Länge von 10,05 Metern und eine Breite von 53 Zentimetern (= Eurorollo). Eine Raufaser hingegen eine Länge von 15 oder 33,5 Metern.

  • Als Faustregel für die Eurorolle gilt deshalb:

Eine Rolle ergibt normalerweise 4 Bahnen (anhand einer normalen Raumhöhe bis zu 2,50 Meter). Haben Sie hingegen eine Eurorolle mit Muster, reduziert sich die Menge zumeist auf 3 Bahnen.

Am besten ermitteln Sie vor dem Kauf zunächst die Anzahl der Bahnen. Konnten Sie nun 30 Bahnen bei einer normalen Raumhöhe ermitteln, ist die Umrechnung leicht. Eine Rolle ohne Muster ergibt 4 Bahnen (mit Muster 3 Bahnen). Sie benötigen daher also 8 Rollen (30 : 4= 8 Rollen aufgerundet).

3. Tapezieren: Tapeten entfernen

Alte Tapeten sollten entfernt werden. Dieses ist oft eine leidvolle Aufgabe. Handelt es sich hingegen um einen Neubau, raten wir Ihnen zu einer vorherigen Grundierung.
Hartnäckige Tapetenreste lassen sich vor dem Tapezieren im Do-it-yourself einfach entfernen. Oft lassen sich diese einfach mit Wasser entfernen. Dennoch versuchen Sie vorab unbedingt, die Tapete trocken zu lösen. Hilfreich ist hierfür ein normaler Spachtel. Zunächst dabei an einer Ecke die Tapete lösen und danach versuchen, die komplette Tapete abzuziehen.

Kommen Sie nun nicht weiter, wird Wasser genutzt. Hierfür muss man jedoch zunächst unterscheiden, ob die Tapete glatt oder mit Farbe überstrichen wurde. Ist das der Fall, so saugt die alte Tapete nur schlecht das Wasser auf. Sie haben dann zwei Möglichkeiten. Sie können mit einem Messer (z.B. Cutter Messer) die Tapete an mehreren Stellen einschneiden. Oder Sie nutzen Schleifpapier. Damit können Sie die alte Tapete anrauen. Profis nehmen oft eine so genannte Nagelwalze. Diese sticht kleine Löcher in die Tapete.

Ist das Geschehen, können Sie eine Wasser-Spülmittel Lösung nutzen und mit einem Quast diese auftragen. Alternativ erhalten Sie im Bauhandel auch für das Do-it-yourself Tapezieren Tapetenlöser, die ebenfalls mit Wasser zu vermischen sind. Wer es noch einfacher haben möchte, kann auch auf einen Dampf-Tapetenlöser für das Do-it-yourself zurückgreifen. Im Baumarkt erhält man solche Geräte oft auch gegen eine Tages-Miete. Im Baumarkt online lassen sich aber auch günstige Geräte finden, die schon ab 20 bis zu 50 Euro zu erwerben sind.

Die Dampfgeräte verbinden zwei Vorteile miteinander. Ihre Wände werden vor zu viel Wasser geschützt und die alten Tapeten lösen sich im Nu.
Nun können die verbliebende Reste einfach mit dem Spachtel gelöst werden. Denken Sie dabei in Mehrfamilienhäusern immer an die Ruhezeiten. Finden diese Arbeiten in den späten Abendstunden statt, kann das schnell zu einem Streit führen.

4. Tapezieren: Wände vorbereiten

Unebenheiten sollten vor dem Do-it-yourself Tapezieren geglättet werden. Löcher selbstverständlich gefüllt. Mittels einem Spachtel und weiteren Utensilien wird das in der Regel beim Do-it-yourself Tapezieren zum Kinderspiel. Mittlerweile erhalten Sie im Baumarkt Tuben mit Fertigspachtel. Diese können mit einer Spitze wie bei einem Flüssigkleber einfach in das Loch gespritzt werden. Sind nur wenige Löcher vorhanden, kann das eine gute Alternative sein.
Beachten Sie dabei immer den Untergrund (Zement-, Gips Putz oder zum Beispiel Gipsfaser). Die richtige Spachtelmischung kann den Tapetenuntergrund festigen und die Saugfähigkeit für das kommende Do-it-yourself Tapezieren vereinfachen. Genaue Hinweise befinden sich immer auf in den Beschreibungen bei den Verkaufspackungen.

5. Tapezieren Endvorbereitung

Haben Sie alle vorherigen Schritte durchgeführt, steht nun das Do-it-yourself Tapezieren an. Hierfür sollten Sie natürlich nicht nur über Tapeten, sondern nebst Arbeitsmaterialien auch über Kleister verfügen. Beim Kleister erhalten Sie im Baumarkt online eine sehr vielfältige Auswahl. Spezialkleister verfügt über eine besonders hohe Klebkraft (gut bei feuchteren Wänden). Auch für ein Taperziergerät stehen unterschiedliche Kleister zur Auswahl. Entscheiden Sie sich für eine Pulverform, wird dieses vor dem Do-it-yourself Tapezieren mit Wasser vermengt.
Der Kleister oder die nun fertige Klebemischung wird dann auf die Tapete aufgetragen. Dazu benötigen Sie eine Kleisterbürste. Ein Tapeziertisch sollte vorhanden sein.

Lichtschalter und Steckdosen sollten abmontiert werden. Vorher unbedingt Sicherung ausschalten. Die Sicherung sollte erst wieder nach dem Tapezieren und dem Anbringen der Schalter eingeschaltet werden!

MINDEST Ausstattung Tapezieren:

  • Cuttermesser oder ein gutes und scharfes Allzweckmesser
  • Bleistift zum Anzeichen (bitte keinen Kugelschreiber!)
  • Kleistergerät
  • Zollstock
  • Tapezierbürste
  • Tapezierschere
  • Tapeziertisch
  •  Tapezierschiene oder ein Abreißlineal.

Wird der Kleister hingegen direkt auf die Wand aufgetragen (bei einigen Tapetenarten möglich) ist ein Tapeziertisch nicht unbedingt erforderlich. Denn die Tapete wird von der Rolle in das Kleisterbett eingelegt. Auch das Einweichen entfällt dabei. Im Baumarkt online gibt es dazu bereits fertige Pakete. Auch „Spritzen und Tropfen“ wird beim Do-it-yourself Tapezieren in dieser Form verhindert. Die Preise sind in der Regel etwas höher. Dafür lassen sich die Tapezier Arbeiten schneller und sauberer beenden.

6. Tapezieren Wandklebe-Verfahren

Haben Sie sich für die komplette Handarbeit entscheiden und verzichten auf ein fertiges Paket (siehe Pkt. 5 Ende des Abschnittes), kommt nun das Wandklebe-Verfahren. Für das Do-it-yourself sollten Ungeübte den Verlauf der Bahnen mit einem Bleistift markieren. Nun kann der Kleister mit einer Bürste oder auch Rolle aufgetragen werden. Dabei auf Gleichmäßigkeit und sattes Auftragen unbedingt achten.

Der Beginn sollte am Fenster erfolgen. Immer vom Licht weg. Bei der ersten Bahn sollte diese zum Fenster überstehen, sodass auch die Laibung abgedeckt werden kann. Mit einem Cutter kann der Überstand vorsichtig eingeschnitten werden. Mit einem Tapezierspachtel die Überstände in die mit Kleister versehene Laibung eindrücken. Sauber nachschneiden.
Die nächsten Bahnen können nun direkt auf dem Tapeziertisch vorgeschnitten werden. Oder von der Rolle blasenfrei angedrückt werden (sofern Sie die Wand vorher mit Kleister versehen haben).

Auch wenn jeder Kleister seinen eigenen Geruch hat, verzichten Sie beim Tapezieren unbedingt auf Zugluft. Hierdurch kann es vorkommen, das die Tapete nicht gleichmäßig trocknet. Nähte könnten in Folge aufplatzen.

7. Farbliche Gestaltung

Sollen nach dem Do-it-yourself Tapezieren die Tapeten farblich gestaltet werden, muss der Kleister zunächst in Ruhe trocknen. Die genauen Zeiten hierfür stehen auf der Kleister-Packung.


Bild-Nachweis Pixelio.de

Hauptbild: Rolf van Melis/ Bürste: Rainer Sturm