Lohnt sich das Bauen überhaupt noch

Wer heute an ein eigenes Heim denkt, wirft dabei zunächst ein Blick auf die Baukosten. Auch wenn die Hypothekenzinsen so günstig wie nie sind, liegen alle anderen Posten doch beinahe so hoch wie nie. Die Frage, ob es sich heute überhaupt noch lohnt zu bauen, ist damit allgegenwärtig. Schon in den 1990er Jahren gab es gegenüber dem Erwerb von Wohneigentum eine skeptische Haltung. Mit dem steilen Anstieg der Immobilienpreise in den letzten 3 Jahren hat die Skepsis wieder zugenommen. Wir haben einmal einige Aspekte aufgeführt, die für das Bauen durchaus ein interessanter Ansatz sein könn(t)en.

Da ist zunächst die Altersvorsorge. In den alten Bundesländern beläuft sich der Durchschnitt bei dem monatlichen Mietwert auf knapp 680 Euro. In den neuen Bundesländern bei 500 Euro. Wer im Alter nicht zur Miete, sondern im Wohneigentum wohnt, schafft damit also einen deutlichen Mehrwert für die eigene Rente. Des Weiteren sollte beachtet werden, dass seit Jahrzehnten die Mieten deutlich höher steigen als die Renten. Wer also noch im hohen Alter als Rentner zur Miete wohnt, könnte später finanzielle Engpässe bekommen.

Bauen als Vermögensaufbau

Auch der Vermögensaufbau ist ein relevanter Grundstock, bei dem das Bauen nicht fehlen darf. Neben Fonds und anderen Wertpapieren gehört das sogenannte Betongeld unbedingt dazu. Sicherlich sind mit dem Wohneigentum keine besonderen Renditen zu erwarten. Wohneigentum erweist sich aber als eine sichere Anlage auf Jahrzehnte mit bleibendem Wert. Wer zuvor richtig plant, kann auch an Baukosten sparen. Immerhin passieren die größten Fehler meistens genau bei diesem Punkt. Vielfach werden die anfallenden Baunebenkosten unterschätzt. Am Ende muss eine Nachfinanzierung erfolgen, die deutlich teurer ausfällt als der erste Kredit. Aber auch eine zu knapp bemessene Baufinanzierung kann am Ende teuer kommen und schlägt vielfach ins eigene Budget. Bei den Baukosten werden immer wieder gerne die Eigenleistungen hervorgehoben, um die finanzielle Last zu lindern. Häufig führt das zu einer Selbstüberschätzung, was am Ende die Baukosten deutlich in die Höhe treibt.
Zeitlicher Nutzeffekt
Neben allen diesen Punkten ist aber der zeitnahe Nutzeffekt ausschlaggebend. Wer für sich selbst Wohneigentum schafft, kann den Nutzeffekt bereits mit dem Einzug erleben. Unabhängig von Nachbarn und Vermietern lässt sich fortan das Leben in den eigenen 4-Wänden ganz nach Lust und Laune ausleben. Entscheidend ist natürlich auch hierbei die finanzielle Planung. So sollten nicht nur die Baukosten im Blick behalten werden, sondern regelmäßig Rücklagen für Sanierungen und sonstige Instandhaltungen geschaffen werden. Sinnvoll kann es dafür sein, ein Bausparvertrag abzuschließen.

 
Bild: Tom Jutte-Flickr.