Windkraft – Erster Überblick

In unserer Reihe Erneuerbare Energien haben wir uns in zahlreichen Artikeln bereits der Solarenergie gewidmet. Heute steht einmal die Windkraft im Vordergrund als Einführung in eine weitere Reihe. Zunächst möchten wir dabei die Vor- als auch Nachteile von Windenergie aufzeigen. Grundsätzlich ist Wind ein sauberer und vor allem billiger Rohstoff, der sich zudem beliebig oft erneuern lässt. Doch wie bei jeder Energieform gibt es zwei Seiten. So auch bei der Windenergie.

Windkraft – Die Vorzüge

Wind ist kostenlos und praktisch dauerhaft vorhanden. Besonders für Deutschland kann somit Windenergie zu einem wichtigen Faktor werden. Schadstoffe wie Kohlendioxid werden bei der Windkraft ebenfalls nicht ausgestoßen. Nur bei der Herstellung und der Wartung von Anlagen zur Windkraft fallen Gase wie Kohlendioxid an. Der Platzbedarf bei der Windenergie ist gering. Kaum eine andere Form der Energiegewinnung kommt mit so wenig Platz aus.

Der Arbeitsmarkt wird zudem mit Windkraft neu belebt. Schon jetzt arbeiten mehr als 70.000 Menschen in der neuen Branche. In den kommenden Jahren werden sich die Zahlen deutlich erhöhen.

  • Keine Abgasemissionen
  • Unendlicher Rohstoff
  • Arbeitsplatzschaffung

Windkraft – Negatives

Da wäre zunächst der optische Punkt. Hier kommt es regelmäßig zu Streitereien. Besonders die großen Windkraft Anlagen verschandeln die Landschaft.- So lautet die Aussage der Kritiker. Und in der Tat, die Probleme sind vor allem in Gebieten zu erkennen, die auf Touristen angewiesen sind. Also überwiegend Gebiete an der Küste und in den Bergen. Der Wind bläst in diesen Regionen oft und in der benötigten Stärke, damit wären diese Gebiete ideal. Diese beiden Punkte prallen damit aneinander. Der Wind liefert leider keine konstanten Mengen an Strom. Andere Atom- und Kohlekraftwerke sind also zusätzlich notwendig. Zudem ist die Einspeisung in die Stromnetze seit Jahren ein großes und ungelöstes Problem. Hier kommt es ebenfalls zu Streitereien und Überlastungen in der ganzen EU. Um die Leistung eines modernen Kraftwerkes nur mit Windenergie zu erzeugen, brauchte man tausende von Anlagen. Eine Schwäche der Windenergie. Hinzu kommt, dass Grenzwerte beim Geräuschpegel und ein Mindestabstand zu Wohnanlagen zu beachten sind. Die Windenergie lässt sich noch nicht speichern.

  • Veränderung der Landschaft
  • Geräusche, Spiegelungen
  • keine alleinige Versorgung

Windkraft – Zwischenpunkte

Wie auch bei der Solarenergie ist bei der Windkraft die Amortisierung immer noch zweifelhaft. Erneuerbare Energien können dauerhaft nur Erfolg haben, wenn sich diese bereits nach kurzer Zeit amortisieren. Und zwar nicht zulasten der Stromkunden. Derzeit werden Erneuerbare Energien vor allem durch den Stromkunden getragen. Ohne Subventionen sind beide Möglichkeiten jedoch ein kostspieliges Abenteuer. Hier herrscht also großer Handlungsbedarf.

Daten Windkraft

Ein kleines Sammelsurium zu interessanten Daten möchten wir Ihnen nachfolgend aufführen. Niedersachsen verfügt über eine installierte Leistung von 6.209,59 Megawatt. Darauf folgt Brandenburg mit 3.968,81 MW und Sachsen Anhalt mit 3.152,56 MW. Mittlerweile kommen mehr als 16,1 Prozent der Windkraft aus Brandenburg. So kann Brandenburg fast 36,26 % des Nettostromverbrauches mit Windkraft abdecken. Im Jahre 2010 wurden 443 neue Anlagen installiert (Nettoleistung gesamt 1551 Gigawatt). Somit stehen über 23.400 Windkrafträder in Deutschland mit einer gesamten Kapazität von 32,4 Gigawatt zur Verfügung. Interessant ist aber, dass nur 1,2 Prozent dieser Leistung von Anlagen rund um die Küsten kommen. Dabei herrscht dort aber das höchste Potenzial. 2013 kamen im ersten Halbjahr 1.038 Megawatt an Leistungen auf dem Land und nur bescheidende 105 Megawatt im Meer dazu. Grundlage für Windkraft, Solarenergie und Co. ist das Gesetz für die Erneuerbaren Energien (EEG). Dieses wird aber zunehmend als richtungslos kritisiert. Besonders seit den Vorfällen in Japan wurden viele Entscheidungen unüberlegt getroffen.

EEG Umlage als Problem

Belastend ist die Umlage, die jeder in Deutschland mit der Stromrechnung für Erneuerbare Energie bezahlen muss. Hier zeigen sich noch tiefe Gräben auf. Experten können zudem nicht sagen, ob sich Windkraft und Co. jemals ohne Subventionen amortisieren können. Die EEG-Umlage beträgt derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunden. Hinzu kommen die weiteren enormen Aufwendungen der Stromanbieter, die alle samt wieder in den Strompreis einfließen. Die EEG-Umlage wird zudem weiter ansteigen. 43 Prozent halten die Umlage für sinnvoll, 52 Prozent lehnen sie ab. Vor allem werden die politischen Maßnahmen kritisiert, die zumeist mit der EU nicht abgesprochen sind und einfach planlos wirken. Interessant wäre auch dabei die Frage, welches Ansehen Erneuerbare Energien gehabt hätten, wäre es in Japan nicht zu den tragischen Ereignissen gekommen. Der Ausbau und die Planung werden, so sehen es viele Experten, derzeit rein von subjektiven Gründen und Überlegungen begleitet.

 

Bild: Uwe Schlick/pixelio.de; Petra Bork/pixelio.de