Solaranlage –Technische Voraussetzung

Bereits in den vergangenen Wochen haben wir uns intensiv mit der Solaranlage beschäftigt. Neben der Amortisation und den einzelnen Bedingungen haben wir stets auch kritische Punkte auch Nachhaltigkeit und Anwendung geworfen. Mit einem Blick auf die technischen Voraussetzungen im privaten Bereich möchten wir unsere Reihe nachfolgend erweitern.

Solarstrom – Generelle Voraussetzung

In der Regel kann eine Solaranlage eigentlich auf jedem Dach installiert werden. Sinnvoll ist das aber immer nur dann, wenn auch genügend Licht einfällt. Nur so lässt sich mit Solarstrom Gewinn erzielen. Ganz wichtig ist somit der Punkt der Verschattung.

Jeder Schattenwurf durch Bäume oder zum Beispiel Nachbargebäude kann die Solaranlage beeinflussen. Bevor Sie also den Kauf einer Solaranlage planen, sollten Sie auch den Verlauf der Sonne in Ihre Kalkulation miteinbeziehen.

Thema Verschattung
Dafür sollten Sie über den Tag den Verlauf beobachten und auch mögliche Verschattungen notieren. Ein Baum oder ein Gebäude muss nicht unbedingt zu Tagesbeginn Schatten werfen. Gegen Nachmittag kann das jedoch der Fall sein. Die Lebensdauer einer Solaranlage beträgt mindestens 20 Jahre. In dieser Zeit können umherstehende Bäume wachsen oder um den Standort neue Gebäude entstehen. Auch diese Punkte sollten in der Planung einfließen. Experten raten dazu, den Verlauf über mindestens 6 Monate für den Solarstrom zu beobachten. Ein Sonnenstandanalysator kann dabei Hilfe leisten. Dabei werden auf einer transparenten Folie die einzelnen Sonnenbahnen eingezeichnet. Die entstehenden Schatten können somit für alle Hindernisse einfach berechnet werden.

Genehmigung für Solaranlage
In der Regel ist eine Genehmigung für den Solarstrom und die Anlage nicht erforderlich. Ausnahme hierbei ist jedoch die Installation für Freilandanlagen und auf denkmalgeschützten Häusern.

Solarstrom und das Dach

Solarstrom kann sowohl auf einem Schrägdach als auch einem Flachdach installiert werden. Im letzteren Fall wird die Anlage mit einem Metallrahmen entsprechend ausgerichtet. Die Dachneigung sollte für die Solaranlage 30 Grad betragen. Das ist genau der richtige Winkel, das die Sonne perfekt auf die Anlage einstrahlen kann. Die Fläche der Solaranlage sollte mindestens 10m² betragen. Um so größer, desto mehr Solarstrom kann erzielt werden. Unter 10m² macht es jedoch nur wenig Sinn. Wird die Solaranlage gut hinterlüftet, kann der Ertrag zusätzlich optimiert werden.

Montageart
Die Montage kann entweder als Aufdach- oder Indachmontage erfolgen. Nur bei einem Schilfdach oder Blech ist Letzteres nicht möglich. Entscheiden Sie sich für eine Aufdachmontage, werden bei einem Ziegeldach Dachsparrenanker verwendet. Im Handel lassen sich aber auch bereits fertige Ziegel mit speziellen Halterungen finden. Stockschrauben und spezielle Befestigungen kommen hingegen bei einem Dach aus Wellplatten- oder Trapezblech zum Einsatz. Bei einer Indachmontage wird die bereits bestehende Dacheindeckung einfach mit den Solarmodulen ersetzt.

Himmelsrichtungen
Sinnvoll sind aber generell nur Dachflächen, die nach Süden ausgerichtet sind. Bereits kleinste Abweichungen nach Osten oder Westen können die Leistung der Solaranlage verringern. Generell ist es aber auch möglich, die Anlage auf einem nach Osten oder Westen gerichtetes Dach zu montieren. Jedoch ist es dabei notwendig, die Kollektorfläche entsprechend zu vergrößern. Nur so erzielen Sie tatsächlich auch die gewünschte Leistung beim Solarstrom.

Warmwasser-Solarthermie-Anlage
Eine Warmwasser-Solarthermie-Anlage kann nur dann errichtet werden, wenn das Objekt bereits über eine zentrale Warmwasserversorgung verfügt. Das Gleiche gilt natürlich ebenso für die Heizungsunterstützung. Sind die Voraussetzungen allerdings nicht vorhanden, wird die Installation einer Solaranlage erheblich teurer.

Solaranlage – Weitere Informationen

Bemessen Sie die Größe der Anlage nicht nach dem eigenen Stromverbrauch. Orientieren sollte man sich für den Solarstrom an der Vergütung, die durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geregelt wird. Sinnvoll ist es daher, die Solaranlage nach der Dachgröße und den eigenen finanziellen Mitteln auszurichten.

Eine Familie (4-Personen-Haushalt) verbraucht ungefähr 3.800 – 4.000 kWh Strom pro Jahr. Eine kleine Anlage mit einer Leistung von 1 kWh (Dachfläche um die 8 m²) erzeugt ca. 800 – 1000 kWh pro Jahr (Südausrichtung) an Solarstrom. Eine 4-kWh-Solaranlage (Fläche ca. 32 m²) kann bereits den Verbrauch einer 4-köpfigen Familie im Jahr mit Solarstrom decken.

 

Bild: bby_/Flickr.; H.D.Volz/pixelio.de; Marc Tollas/pixelio.de