Energieausweis wertlos

Ohne einen Energieausweis geht in Deutschland kaum noch etwas. Wer ein Haus verkauft oder etwas vermieten möchte, braucht einen Energieausweis. Nur wenige Ausnahmen bestehen, so zum Beispiel für Häuser, die unter Denkmalschutz stehen. Die letzten Jahre nach der Pflicht-Einführung zeigten aber vor eines. Das System funktioniert nicht. Eine ganze Branche verdient gut an dem Energieausweis. Das war aber auch schon der eigentliche Effekt. Mieter und Käufer interessieren sich für den Energieausweis nicht. Wissen Sie doch, dass es nur eine Momentaufnahme ist und oft durch das eigene Verhalten beeinflusst werden kann. Doch nicht nur das schadet dem Energieausweis. Die dort aufgeführten Energiekennwerte stimmten fast nie. Das Dokument ist praktisch nicht vertrauenswürdig und enthält fast immer falsche Daten. Das jedoch ohne Absicht.

Energieausweis ohne Vertrauen

Welcher Energiewert in dem Energieausweis ausgewiesen wird, hängt vom Zufall ab. Im praktischen weist jeder Energieberater andere Werte für ein und dasselbe Haus aus. Immer wieder fanden dazu Praxistexts statt. Die Ergebnisse waren identisch und überraschend. Der Energieausweis erweist sich damit als wertlos. Die einzelnen Ergebnisse beim Energieausweis für dasselbe Haus wiesen immer wieder Differenzen von 30 – 60 Prozent beim Verbrauchsausweis und bis zu 53 Prozent beim Bedarfsausweis aus. Wohlgemerkt für ein und dasselbe Objekt.

Seit 2014 ist für viele der Energieausweis zur Pflicht geworden. Nach der EnEV gilt eine verschärfte Pflicht für Vermieter und Verkäufer. Die Kennwerte zum Energieverbrauch müssen in einem Ausweis erfasst werden. Bei Missachtung können Bußgelder bis zu 15.000 Euro verhängt werden. Über den Nutzen der neuen Ausweispflicht wird heftig diskutiert. Vorteile ergeben sich in der Regel weder für Mieter noch Käufer. Die Vorteile liegen vor allem beim Energieberater, der damit ein neues Geschäftsfeld festigten konnte. Doch die Werte liegen teilweise, betrachtet man alle Ausweise, um bis zu 80 Prozent auseinander. Transparenz sieht anders aus. Der Energieausweis ist praktisch ein wertloses Relikt einer falschen Politik.

Falsche Formeln als Grundlage

Ursache für die falschen Ergebnisse im Energieausweis sind vor allem die falschen Rechenwege, also die verwendeten Formeln. Dabei wird der Energiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter ausgegeben. Die eigentliche Bezugsgröße beim Energieausweis ist aber nicht die tatsächliche Wohnfläche, sondern die Gebäudenutzfläche. Umso kleiner das Gebäude (besonders bei Berechnungen für Mietwohnungen), desto größer variieren die Werte im Energieausweis. Mieter sollte daher den Ausweis keinesfalls in die Berechnung einbeziehen, da die Ergebnisse am Ende genau zu einer falschen Berechnung führen könnten.

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