Dachausbau und die Tücken

Das unausgebaute Dach bietet in der Regel viel Potenzial für neue Wohnräume. Alternativ dazu kommt es auch immer wieder zu Aufstockungen bei bestehenden Gebäuden. Für Mieter in der Regel eine sehr unangenehme Situation, wenn über ihnen das Dach ausgebaut werden soll. Immerhin zieht sich so ein Ausbau über mehrere Monate, Schäden in den Wohnungen darunter bleiben meist nicht aus.
Manche Mieter wehren sich und nutzen rechtliche Mittel, um den Dachausbau zu verzögern. Verhindern können sie ihn aber in der Regel. In den meisten Fällen erkennen die Gerichte eine Mietkürzung von 20 – 30 Prozent an. Der Vermieter muss die Mieter zumeist mit einer Frist von 3 Monaten im Voraus über den Dachausbau in Kenntnis setzen. Die Probleme entstehen aber meistens deswegen, da viele Eigentümer den Dachausbau vorantreiben, ohne die Mieter einzubinden. Das führt im Endeffekt zu Problemen. Aus diesem Grunde raten wir vor dem Ausbau des Dachs oder einer Aufstockung, mit den Mieter zu reden, sie einzubeziehen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich damit viele Probleme im Vorfeld bereits lösen lassen.

Hindernisse beim Dachausbau

Wer das Dachgeschoss ausbauen will, muss häufig mit den unterschiedlichsten Hürden rechnen. Da sind zu einem die Mieter, die den Ausbau deutlich erschweren können. Hinzu kommen die komplexen Bauvorschriften und der häufig völlig übertriebene Brandschutz, die beachtet werden müssen.
Wird ein Element des Hauses, wie beim Dachausbau verändert, wird damit der bisherige Brandschutz auf null gestuft. Der zuvor bestandene Bestandsschutz fällt weg. Somit entsteht nicht nur eine direkte Baustelle im Dach, sondern im ganzen Haus, die Zeit und Geld kostet.
Ein Dachausbau kann schnell zu einem finanziellen Risiko werden, da die eigentlichen Risiken kaum zu kalkulieren sind. Aus diesem Grunde wird der Ausbau im Dach in vielen Fällen auch nicht durchgeführt.
Zugleich kommt es fast immer zu Wasserschäden in den Wohnungen darunter, die auf Kosten und Gefahren des Vermieters gehen.

Handwerker finden

Ein ganz anderes Problem stellt sich aber noch beim Dachausbau. Sie brauchen Handwerker! Seit einigen Jahren sind die Betriebe stark ausgebucht, so dass es durchaus längere Zeit dauern kann, bis der Dachausbau erfolgen kann. In Großstädten kann das den Ausbau um Monate, manchmal sogar Jahre verzögern.

Genehmigungen für den Dachausbau

Leider ist es in Deutschland so, dass jedes Bundesland seine eigenen Regelungen hat, was nicht nur den Neubau erschwert, sondern auch eben jenen Dachausbau. Ob eine Genehmigung erforderlich ist, hängt von der Bautätigkeit ab.
So führt schon alleine die Änderung der Dachneigung zu einer Genehmigungspflicht. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob die eigentliche Bausubstanz überhaupt den Dachausbau zulässt.

Jedoch sind einige Umbauarbeiten wieder nicht genehmigungspflichtig. Dazu zählen Verschönerungen und Instandsetzungsarbeiten, solange der eigentliche Baucharakter des Gebäudes dadurch nicht verändert wird.

Bild: RainerSturm / pixelio.de