Kredite für Selbstständige – Vorteile und Nachteile

Bei der Suche nach dem passenden Kredit haben es Selbstständige häufig nicht leicht. Viele Banken stehen einem Kredit für Freiberufler oder Selbstständige aufgrund des relativ hohen Ausfallrisikos skeptisch gegenüber. Dabei reicht das Eigenkapital häufig nicht zur Finanzierung einer Unternehmensgründung oder eines Projektes aus. Doch welche Vorteile und Nachteile eröffnen sich durch einen Kredit für Selbstständige und welche Möglichkeiten stehen dabei offen?

Welcher Kredit für Selbstständige trotz schlechter Bonität?

Der erste Ansprechpartner für einen Kredit ist die Hausbank, welche das Firmenkonto führt. Grundsätzlich gibt es einige Voraussetzungen, um einen Bankkredit zu erhalten. Hierzu zählen sowohl eine gute SCHUFA-Score, Sicherheiten aus dem Privatvermögen als auch regelmäßige Einkünfte durch die Selbstständigkeit. Gerade zur Unternehmensgründung oder zu Beginn der Selbstständigkeit mangelt es an Kapital und Einnahmen, wodurch sich die Aufnahme eines Kredits erschwert. Banken sind gesetzlich zur Überprüfung der Bonität vor der Kreditvermittlung verpflichtet.

Doch auch ohne SCHUFA oder Einkommensnachweis ist die Kreditaufnahme möglich. Heutzutage besitzen Banken kein Monopol mehr bei der Kreditvermittlung. Privatkredite haben sich in den letzten Jahrzehnten als unkomplizierte und praktische Alternative zum Bankkredit etabliert. Hierbei erhalten Selbstständige den Kredit von Anlegern und Privatpersonen. Heutzutage gibt es zahlreiche Vermittler von derartigen Krediten, die auf Finanzierungsanfrage hin den passenden Finanzierungspartner ermitteln.

Welche Kredite für Selbstständige gibt es?

Neben der Aufnahme eines Kredits für Privatzwecke besteht für Selbstständige auch die Möglichkeit eines Unternehmenskredits. Die Unterschiede beider Kredite liegen vorrangig im Verwendungszweck des Geldes. Ein Kredit für Privatzwecke dient zur Finanzierung persönlicher Wünsche wie neuer Möbel oder eines KFZ. Das Geld obliegt nicht zwangsläufig einer Zweckgebundenheit und steht einer Privatperson frei zur Verfügung. Im Falle eines Unternehmenskredites unterscheidet man zwischen einem Investitionskredit und einem Betriebsmittelkredit.

Ein Investitionskredit ist meist zweckgebunden und steht Selbstständigen zum Erwerb von Investitionsgütern wie teuren Maschinen oder Firmenwagen zur Verfügung. Aufgrund des materiellen Werts hinter der Investition bieten Banken einen günstigen Zinssatz. Ein Betriebsmittelkredit hingegen sichert die Liquidität eines Unternehmens und ist zur Bewältigung finanzieller Engpässe oder der Beschaffung von Materialien und Waren konzipiert. Er unterliegt in der Regel keiner Zweckbindung, sodass die Zinsen für Selbstständige bis in den zweistelligen Bereich reichen können.

Welche Vorteile bietet die Kreditfinanzierung eines Projekts?

Selbstständige und Unternehmer können von verschiedenen Vorteilen einer Kreditfinanzierung profitieren. Unternehmenskredite können die Entwicklung eines Unternehmens positiv beeinflussen. Erworbenes Firmeninventar erhöht das Gesamtkapital eines Unternehmens, da es als Umlaufvermögen in die Bilanz eingeht. Hieraus entstehende Verbindlichkeiten werden als Fremdkapital erfasst, somit lassen sich Zinsaufwendungen steuerlich abschreiben. Zusammengefasst ergeben sich folgende Vorteile:

1. Selbstbestimmtheit: Kreditgeber besitzen in der Regel kein Mitspracherecht bezüglich der Firmenführung.

2. Steuervorteile: Die Steuerlast sinkt, da die durch das Fremdkapital entstehenden Zinsen als Aufwand verbucht werden.

3. Wegfallende Beteiligung: Lediglich das eingesetzte Kapital inklusive Zinsen müssen an den Fremdkapitalgeber abgedrückt werden. Eine Beteiligung am Unternehmensgewinn ist nicht vorgesehen.

Welche Nachteile gehen mit einem Unternehmenskredit einher?

1. Risiko: Die Aufnahme von Fremdkapital geht immer mit diversen Risiken einher, da neben der Tilgung Zinskosten anfallen. Bricht das Geschäft im Zuge einer misslichen Lage der Firma ein, kann es zu Zahlungsengpässen und damit einhergehend einer Überschuldung des Unternehmens durch fehlende Bedienung der Geldgeber kommen.

2. Zinskosten: Die Bonität und Marktlage eines Unternehmens und die Höhe des Fremdkapitals sowie die Laufzeit des Kredits bestimmen über die Zinskosten. Im Falle eines Privatkredits bei schlechter Bonität können anfallende Kosten stark in die Höhe schießen. Auch geht die Vermittlung eines Privatkredits in der Regel mit Kosten einher.

Fazit – Lohnt sich eine Fremdfinanzierung?

Ob sich eine Eigenfinanzierung oder Fremdfinanzierung lohnt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben der Größe und Branche spielen Unternehmensstrukturen eine entscheidende Rolle bei der Beantwortung der Finanzierungsfrage. Grundsätzlich ist es förderlich, eine gewisse Balance zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung zu erörtern. Zur Unternehmensgründung haben sich Selbstständige und Unternehmer mit folgenden Fragen zu befassen: Ist die Senkung der Steuerlast zielführend? In diesem Fall ist die Aufnahme einer Fremdfinanzierung zur Minimierung der Steuerlast sinnvoll. Ist das Errichten eines soliden und langfristigen Unternehmenskapitals das Ziel, ist eine höchstmögliche Eigenfinanzierung ratsamer.