Eigenleistung beim Hausbau

Immer mehr wollen Eigenleistung beim Hausbau erbringen. Zwar sind die Zinsen für Immobilienfinanzierungen derzeit im Keller. So günstig wie nie lässt sich das eigene Haus nun mit einem Kredit finanzieren. Auf der anderen Seite sind aber die Kaufpreise so hoch wie noch nie. Für Familien und Personen mit kleinem Einkommen eine schwierige Situation. Eigenleistung beim Hausbau ist deswegen nicht nur mehr für Heimwerker ein Stichwort, sondern für immer mehr Hauskäufer. Gerne wird das auch als sogenannte Muskelhypothek benannt. Je nach Eigenleistung kann bei dabei viel Geld gespart werden. Dabei sollten aber viele Punkte beachtet werden, zudem dürfen bestimmte Leistungen nur durch einen versierten Handwerker durchgeführt werden.

Eigenleistung kann beim Hausbau viel Geld sparen

10.000 – 40.000 Euro. So groß kann die Spannweite beim Hausbau durch Eigenleistungen liegen. Eines wird dabei gerne vergessen. Was ein Handwerker in übersichtlicher Zeit schafft, wird durch den Heimwerker meistens nur in der 2 – 4 fachen Zeit erledigt. Der Zeitaufwand ist also wesentlich höher. Genau hier verkalkulieren sich viele bei den Eigenleistungen. Das führt oft dazu, dass sich der Hausbau deutlich verzögert. Oft mit Konsequenzen. Die zuvor gekündigte Mietwohnung wird nun doch länger benötigt, führt also zu weiteren Kosten. Auch die Partnerschaft kann darunter leiden. Eigenleistung führt zu einem enormen Zeitverlust über eine längere Dauer. Das belastet vor allem Beziehungen und Ehen. Diese Punkte werden bei der Planung gerne vergessen.

Bevor die Eigenleistung beim Hausbau geplant wird, sollten Sie Kontakt mit anderen Bauherrn aufnehmen. Diese können oft von eigenen Erfahrungen berichten. So gelingt es wesentlich einfacher, die mögliche Eigenleistung, die Sie erbringen können, besser einzuschätzen.

Bei Eigenleistung hohe Einsparungen möglich

In Einzelfällen kann die Muskelhypothek also tatsächlich bis zu 40.000 Euro ersparen. Dafür müssen Sie aber auch relativ viel Zeit investieren. Deswegen sollte Eigenleistung nicht nur eine Überlegung sein, um Geld zu sparen, sondern auch, ob das Vorhaben wirklich in dieser Art und Weise umsetzbar ist. Grundvoraussetzungen sind handwerkliche Fähigkeiten und ein entsprechendes Grundwissen, zusätzlich viel Zeit und vor allem Lust. Die eigenen Arbeitsstunden summieren sich gerne. Wer bereits Eigenleistungen erbracht hat, kommt am Ende auf 500 – 2.000 Arbeitsstunden. Das ist enorm. Vielfach geht die komplette Freizeit drauf, auch das sonstige Privatleben mit dem Partner und den Kindern. Dabei muss jeder klären, ob es das am Ende wirklich wert ist.

Was darf und was kann ich?

Diese Frage ist bei Eigenleistung beim Hausbau besonders wichtig. Sie müssen in aller Ruhe überlegen, was Sie sich tatsächlich zutrauen. Dabei gilt es auch, Zeitpläne einzuhalten. Als Bauherr können Sie also nicht nach Lust und Laune die Arbeiten vollrichten, sondern immer nur in einem engen Zeitrahmen, das die anderen Arbeitsleistungen der Handwerker nicht aufgehalten werden. Es gilt also einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Verzögerungen wirken sich äußerst teuer aus.

Und zudem muss genau geprüft werden, welche Arbeiten Sie tatsächlich in Eigenleistung durchführen dürfen. So dürfen Elektro- aber auch Sanitärarbeiten nur von Fachleuten durchgeführt werden.

Am sinnvollsten sind häufig Eigenleistung beim Hausbau, die erst dann beginnen, wenn das Haus fertiggestellt wurde. Das führt zwar zu einer geringeren Ersparnis, dafür haben Sie aber einen Zeitplan, der wesentlich besser einzuhalten ist. Hier kommen dann Arbeiten wie Streichen, Verputzen und Verlegen in Frage. Als Heimwerker können Sie natürlich auch die Einbauküche selber bauen und damit viel Geld sparen.

Weitere Helfer bei Eigenleistungen

Viele Bauherrn nutzen gerne helfende Hände von Bekannten und Verwandten. Doch Vorsicht. Denken Sie unbedingt daran, die Helfer abzusichern. So sieht sogar das Gesetz vor, das alle Helfer direkt bei der Bau-Berufsgenossenschaft anzumelden sind. Sprechen Sie am besten mit einem Versicherungsberater über die beste Absicherungsform. Sie als Bauherr sind für den Arbeitsschutz der Helfer zuständig, auch dann, wenn diese freiwillig mitanpacken!

Bildquellenangabe: Rainer Sturm / pixelio.de