Lohnfortzahlungsbetrug bei Handwerkern

Handwerkliche Betriebe haben es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt. Die Konjunktur hat sich immer wieder einmal zum negativen gewendet. Die Konkurrenz der Großunternehmen hat zugenommen. Wanderarbeiter drücken den Preis und auch bei den eigenen Mitarbeitern gibt es im Handwerk laufend Probleme. So ist auf der einen Seite ein erheblicher Mangel zu beklagen. Der Staat hatte schon vor langer Zeit versprochen Abhilfe zu schaffen. Die begehrten Fachkräfte aus anderen Ländern blieben aus. Der Flüchtlingsstrom ist ebenfalls kein Segen. Fachkräfte gibt es darunter kaum. Auf der anderen Seite gibt es bei den bestehenden Mitarbeitern einen hohen Krankheitsbestand. Die Tage haben in den letzten Jahren zugenommen. Doch nicht immer steckt wirklich eine Krankheit oder ein Unfall dahinter. Der Lohnfortzahlungsbetrug nimmt zu. Der Arbeitgeber, gerade bei kleineren Betrieben, hat hier kaum eine Chance, geeignete Maßnahmen zur Beurteilung und Abwehr zu treffen. Ohne fremde Dienstleister gelingt das kaum.

Hilfe durch Dienstleister

Um den Lohnfortzahlungsbetrug aufzudecken entschließen sich immer mehr Handwerkliche Betriebe dazu, einen externen Dienstleister zu beauftragen. Ansprechpartner sind hierfür in erster Linie spezialisierte Detekteien, die über einen geeigneten Background verfügen. So zum Beispiel die Lentz Detektei, die häufig bei Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug eingeschaltet wird. Angebliche kranke Handwerker können so nicht nur aufgespürt, sondern auch die Beweise gerichtssicher vorgelegt werden. Das hilft am Ende dem Unternehmen, der nun die sofortige Kündigung veranlassen kann. Die entstandenen Kosten für die Detektei können zu dem ertappten Mitarbeiter in Rechnung gestellt werden, sind aber in den meisten Fällen auch als Betriebsausgaben absetzbar.

Das Problem

Viele Mitarbeiter sehen den Lohnfortzahlungsbetrug als Kavaliersdelikt an: Die Schäden sind enorm. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass die Krankenkasse diesen Betrag an den Arbeitgeber ausgleicht. Das jedoch ist falsch. Der Arbeitgeber leistet diese Zahlung in den ersten 6 Wochen des Krankheitsfalles ganz alleine. Insgesamt handelt es sich hierbei um eine Summe von über 51 Milliarden Euro jährlich: Experten gehen davon aus, das es sich in 20 Prozent der Summe um Betrug handelt. Also ein Betrag von fast 12 Milliarden Euro, die umsonst gezahlt werden und gerade den handwerklichen Betrieb besonders belasten. Kleine Handwerker haben damit doppelt zu kämpfen. Es fehlt nicht nur eine Arbeitskraft. Sondern diese muss auch noch bezahlt werden, obwohl der Arbeitgeber zu diesem Zeitpunkt keinen Nutzen erhält. Vor einigen Jahren lag die Summe laut einiger Experten nur bei 10 Prozent. Es wird erwartet, dass die Fälle in den kommenden Jahren gerade im Handwerk noch einmal deutlich zunehmen werden.

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