Hoffnung für Max Bahr

Das Praktiker und Max Bahr mittlerweile insolvent sind, konnte man überall seit Wochen in der Presse entnehmen. Dass Praktiker selbst noch einen Investor finden wird, halten Experten für eher unwahrscheinlich. Praktiker gilt bereits als kalte Leiche. Einzig das Filetstück, die Max Bahr Tochter, könnte aus der Insolvenz in eine neue Zukunft geführt werden. Hoffnungen gibt es nun wieder seit einigen Tagen. So haben die Unternehmen Hellweg (Baumarktkette) und das Einkaufsbüro deutscher Eisenhändler ein mögliches Interesse an der Praktiker Tochter Max Bahr angekündigt. Beide Firmen würden für einen möglichen Einstieg ein Konsortium bilden. Im Hintergrund soll aber auch der Baumarktkonzern Kingfisher aus England durchaus an Max Bahr interessiert sein.

Hoffnung für Max Bahr?

Max Bahr und Praktiker

Vieles offenbart sich bei Praktiker und dessen Tochter Max Bahr als ein Missgeschick, das aus einem anderen entstanden ist. So wurde das Unternehmen in Wirtschaftskreisen bereits als das Leichenbauhaus lange vor der Insolvenz bezeichnet. In den letzten Jahren wurde viel Geld verbrannt. Alle großen Beratergesellschaften von McKinsey, Boston Consulting bis hin zu Roland Berger haben Strategien entworfen. Auch Thomas Fox hatte einen Sanierungsplan entworfen. Alleine dafür kassierte er 5.000 Euro pro Tag über neun Monate hinweg. Mit dem Erfolg, dass die Eigentümer das Sanierungskonzept ablehnten und damit der Insolvenz weiter die Türen öffneten. Aber auch die ehemalige Hauptaktionärin Isabelle de Krassny erlitt einen Totalverlust von mehr als 15 Millionen Euro. Zudem warb sie über Ihren Investmentfonds auf Zypern weitere Investoren an, die nun mit Klagen drohen. Zuständig für die Verwaltung der Insolvenz bei Praktiker und Max Bahr sind Christopher Seagon und Udo Göner. Schon von Anfang an war klar, dass eigentlich nur Max Bahr wohl noch in Teilen zu retten ist.

Hellweg und EDE

Bekannt wurde nun, dass schon Anfang des Jahres Hellweg und EDE ihren Einkauf gebündelt hatten. In Deutschland und Österreich betreibt Hellweg fast 91 Filialen mit mehr als 4.000 Mitarbeitern. EDE gehört direkt der Unternehmerfamilie Trautwein. Dieser gehört die Etris Bank, einer der Kreditgeber von Praktiker. Max Bahr wurde damals vor der Insolvenz als Sicherheit verpfändet. Praktiker wird vermutlich nun ganz vom Mart verschwinden. Was mit Max Bahr und den 132 Märkten (ca. 6.800 Mitarbeitern) passieren wird, ist unklar. Hoffnung jedoch besteht …

 

Foto: calvinbasti / Flickr.com